Baumbewässerung

 

Stadtbäume retten: Engagement vor Ort in Halver

Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr besonders intensiv. Hohe Temperaturen und vor allem Trockenheit belasten nicht nur die Menschen, sondern auch die Bäume in unserer Stadt. Ohne ausreichend Wasser drohen sie auszutrocknen. Das sehen wir nicht nur an den Blättern, sondern auch am Wachstum. Wir müssen also etwas tun – und genau hier gibt es Lichtblicke: Engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Halver helfen dort, wo die offizielle Versorgung an ihre Grenzen stößt.

Ein konkretes Beispiel finden wir am Eingang zum Zaunkönigweg. Dort haben René Kopp, Mitglied der Grünen in Halver, sowie Jan, Nicole Kirk und Martin Halbrügge vom Baumverein Halver aktiv gehandelt. Sie stellten einen von Lenard Straube angelieferten IBC-Container auf, um drei junge Bäume zu bewässern. Diese Aktion zeigt, wie wichtig das Engagement vor Ort ist, wenn die Hitze zu stark wird.

Warum die Bäume am Zaunkönigweg Hilfe brauchen

Die drei Bäume auf der kleinen Rasenfläche wurden alle zur selben Zeit gepflanzt. Trotzdem zeigen sie deutliche Unterschiede in der Größe und der Gesundheit. Ein Baum ist aktuell am kleinsten und am schwächsten. Der Grund liegt im Boden: Er hat den wenigsten Anteil an unversiegelter Fläche im Wurzelraum. Wenn der Boden versiegelt oder verdichtet ist, kann das Wasser nicht gut eindringen. Die Wurzeln kommen nicht an die Feuchtigkeit, die sie zum Überleben benötigen.

Um die Bäume zu unterstützen, nutzen René Kopp und das Team ein Schlauchsystem. Das Wasser wird langsam abgegeben, sodass es vor Ort versickern kann. Es läuft nicht oberflächlich ab. Diese Methode hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Laut den vorliegenden Beobachtungen brauchen Bäume dieser Größe bei extremer Trockenheit zwischen 300 und 500 Liter Wasser pro Tag, um gesund zu bleiben. Das ist eine große Menge, die regelmäßig bereitgestellt werden muss.

Das Wasser wird über einen Hydranten entnommen. Die Menge des entnommenen Wassers wird genau nachverfolgt. Aktuell trägt der Baumverein die Kosten für das Wasser aus eigener Tasche.

Wasser sparen statt Trinkwasser verschwenden

Eine derart verlässliche Wasserversorgung bräuchten wir für alle geschwächten Straßenbäume in Halver. Doch wir müssen auch über den Umgang mit Wasser in unserer Stadt nachdenken. Aktuell fließt viel Regenwasser in die Kanalisation. Das ist in Trockenzeiten verschwendet. Wir brauchen ein neues Konzept für die Stadtentwicklung.

Regenwasser muss an jeder möglichen Stelle aufgefangen und gesammelt werden. Nur so können wir in Zukunft unsere Bäume bewässern, ohne dafür Trinkwasser zu verbrauchen. Das ist wichtig, weil Trockenzeiten zunehmen werden. Wir müssen lernen, das Wasser dort zu nutzen, wo es fällt. Anstatt es abzuleiten, sollte es versickern oder gespeichert werden. Das entlastet die Kanalisation und hilft den Bäumen gleichzeitig.

Bäume in der Stadt sind unverzichtbar. Sie spenden überlebenswichtigen Schatten und sorgen für Kühlung. Zudem sind sie Lebensraum für Vögel, Säuger und Insekten. Außerdem: Ein gesundes Stadtklima kommt allen zugute.

Wie Bürgerinnen und Bürger helfen können

Neben Hilfe vor Ort wie am Zaunkönigweg ruft der Baumverein Halver Bürgerinnen und Bürger auf, sich als Baumpate zu engagieren. Ziel der Patenschaft ist es unter anderem, Bewässerungshilfe zu organisieren und die Bäume zu versorgen. Der Baumverein stellt jedem Straßenbaum ein „Tröpfchen-Bewässerungssystem“ zur Verfügung. Dabei können je nach örtlicher Gegebenheit Säcke oder gereinigte Alteimer genutzt werden. Durch kleine Löcher im Eimer oder Sack „saugt“ der Boden ständig eine kleine Wassermenge an und durchfeuchtet langsam.

Wenn die Behältnisse regelmäßig von Anwohnern wieder aufgefüllt werden, kann hierdurch die andauernde Wassergabe erfolgen. Der Baumverein hofft, dass viele Menschen den durstenden Bäumen mit einer Wasserspende helfen. Besonders die Stadtbäume haben schlechte Standortbedingungen, was ihnen in Notzeiten extrem zu schaffen macht.

Interessierte können sich beim Baumverein melden, um die Bewässerungshilfe aufzustellen.

Gemeinsam gestalten wir die Zukunft

Die Bewässerungsaktion am Zaunkönigweg zeigt, dass wir nicht warten müssen, bis alles perfekt geregelt ist. Wir können jetzt handeln und Klimaschutz beginnt im eigenen Viertel. Gleichzeitig fordern wir von der Kommune, dass wir langfristig den Umgang mit Regenwasser ändern müssen. Wir brauchen eine Stadt, die Wasser speichert, statt es abzuleiten.

Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Stadt grün bleibt!