Ein Waldspaziergang, der nachdenklich macht

Als ich mich am Samstag, dem 19. September 2026, auf den Weg zum Parkplatz Herberg in Schalksmühle machte, wusste ich: Dieser Waldspaziergang würde anders sein als die vielen Sonntagsrunden, die ich schon gegangen bin. Zusammen mit rund 20 Interessierten wollte ich mir ansehen, was der Klimawandel unseren Bäumen antut – direkt vor Ort, nicht nur in Berichten.

Gregor Kaiser, Landtagsabgeordneter und Sprecher für Wald und Nachhaltigkeit der Landtagsfraktion für die Wahlkreise Olpe und Märkischer Kreis, hatte zu diesem Spaziergang eingeladen. Auch Denise Brilla, Landtagskandidatin der Grünen aus Schalksmühle, war dabei. Vom Treffpunkt am Parkplatz Herberg aus starteten wir unseren Rundgang durch den Wald.

„Es ist schön, wenn man über den Wald spricht, auch im Wald zu sein“, sagte Gregor Kaiser zu Beginn. Als Biologe und Leiter eines eigenen Forstbetriebs bringt er viel praktisches Wissen mit. Die Gruppe besuchte sowohl eine Fläche, die nach einem Schadereignis – einer sogenannten Kalamitätsfläche – in der Phase der Neuentwicklung war, als auch einen gewachsenen Mischwald mit vielen Buchen.

Waldspaziergang mit Gregor Kaiser am 19.09.2026

Für mich war es eindrücklich, vor Ort zu sehen, was die Berichte über Hitzesommer und Borkenkäferbefall bedeuten. Menschen aus der Region erinnerten sich an den dichten Wald aus ihrer Kindheit. Einer erzählte, dass er hier früher Indianer gespielt habe – von diesen Verstecken sei mittlerweile nicht mehr viel übrig.

Wenn die Natur Warnsignale sendet

Was wir im Wald sahen, macht deutlich, wie sehr der Klimawandel dem heimischen Wald zusetzt. Gregor Kaiser stellte gleich zu Beginn fest: Dem heimischen Wald geht es nach wie vor schlecht. Viele Buchen sind bereits oben geschädigt. Das volle Ausmaß dieser Schäden wird wahrscheinlich erst im Frühling nächsten Jahres wirklich sichtbar werden.

Wir haben uns auch die Flächen angeschaut, die durch den Borkenkäfer betroffen waren. Gregor Kaiser macht den Klimawandel und in dessen Folge den Borkenkäfer für das Sterben der Nadelwälder verantwortlich. Früheren Generationen, die einseitig auf Nadelholz setzten, machte er jedoch keinen Vorwurf. „Die haben getan, was die Gesellschaft von ihnen gefordert hat: schnell Grubenholz“, erklärte er uns und den Reportern von come-on.de, die auch über den Spaziergang berichten.

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Mich machte dieser Moment besonders nachdenklich. Es geht nicht darum, jemandem Schuld zu geben. Es geht darum, zu verstehen, was jetzt zu tun ist. Der Wald, wie wir ihn kennen, verändert sich – und wir müssen darauf reagieren.

Die Zukunft des Waldes gestalten

Ein zentrales Thema während des Spaziergangs war die Waldverjüngung. Die vorhandenen Buchen sind durch die Trockenheit geschädigt und wahrscheinlich werden die tatsächlichen Ausmaße erst im Frühling zu sehen sein. Zudem besteht ein Mangel an Buchen-Nachwuchs.  Zu viele Rehe Rehe und die Verschattung durch große Bäume erschweren die Neuanpflanzung von Bäumen. Wie können wir einen wachsenden Baumbestand ermöglichen? Eine angepasste Jagd sei hier ein wichtiger Baustein.

Wir sprachen über die Diversität von Bäumen und welche Arten jetzt wirklich geeignet sind für die Zukunft. Es wurde deutlich: Es muss ausgewählt werden, welche Bäume unter den veränderten Bedingungen bestehen können. Südeuropäische Bäume haben beispielsweise aufgrund von Frost, insbesondere im Spätherbst, Schwierigkeiten.

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Empfohlen wird, erst die Naturverjüngung abzuwarten und dann zu pflanzen. Das Jagdgesetz solle geändert werden, um die Schonzeit für Rehböcke und schmale Rehe bereits im April zu beenden. Wildschweine seien wichtig für die Waldverjüngung, verursachen jedoch auch Schäden, die durch Jagdgenossenschaften erstattet werden.

Was bleibt nach diesem Tag

Als ich den Waldspaziergang beendete, war mir eines klar: Die Zerbrechlichkeit des Waldes ist spürbar. Es war sehr interessant, diese Zusammenhänge vor Ort vom „Profi“ erklärt zu bekommen. Die Fragen der Teilnehmenden zeigten, wie viele Menschen sich Sorgen machen – und wie viele bereit sind, sich zu informieren.

Der Wald ist mehr als nur Bäume. Er ist Lebensraum, CO₂-Speicher und ein Stück Heimat für viele von uns. Wenn wir ihn schützen wollen, müssen wir jetzt handeln. Nicht irgendwann, sondern heute.

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Du fragst dich, was du konkret tun kannst? Du hast Fragen zum Thema Waldschutz oder möchtest dich bei den Grünen in Halver einbringen? Wir freuen uns über deine Nachricht und den Austausch mit dir. Gemeinsam können wir uns für ein lebenswertes Halver und gesunde Wälder einsetzen.